Erfolgreicher Auftakt des Arbeitszeit-Projekts ZEITREICH

Ludwigshafen, 05.12.2016, 11:49 Uhr

Das Projektkonsortium ZEITREICH führte am 22.11.2016 im IW Köln seine Auftaktveranstaltung durch. Mit 70 Gästen aus Politik und Wirtschaft diskutierten die Projektbeteiligten, wie ein attraktives Arbeitszeitmodell die Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und Verwaltungen stärken kann. Sie erarbeiteten in Diskussionsrunden und Workshop-Formaten, welche zeitpolitischen Dimensionen sowohl für die Arbeitgeber- als auch Beschäftigtenseite zu Konflikten führen können.

Das Projekt ZEITREICH hat sich zum Ziel gesetzt, in einem sozialpartnerschaftlichen Ansatz, Zielkonflikte in der betrieblichen Arbeitszeitpolitik zu lösen. Dafür werden innovative Arbeitszeitmodelle für KMU in der Metall- und Elektroindustrie, im Einzelhandel, in der Chemieindustrie sowie in der öffentlichen Verwaltung entwickelt und erprobt. Es wird im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert und von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fachlich begleitet. Das Projekt wird durchgeführt vom Institut für Beschäftigung und Employability IBE (Konsortialführer), dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln, wmp consult – Wilke-Maack GmbH sowie Dr. Hartmut Seifert.

In seinem Grußwort betonte Reimund Overhage, Referatsleiter im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die Bedeutung der Arbeitszeitpolitik gerade vor dem Hintergrund des Dialogprozesses „Arbeiten 4.0“. Prof. Dr. Jutta Rump, Leiterin des Instituts für Beschäftigung und Employability IBE erläuterte die Hintergründe und die Vorgehensweise des Projekts: „Es gibt zentrale Konflikte zwischen den zeitlichen Bedarfen der Betriebe und Verwaltungen als Arbeitgeber auf der einen und den Bedürfnissen der Beschäftigten auf der anderen Seite. Kern von ZEITREICH ist es, innovative Lösungen zu entwickeln, die für beide Seiten Vorteile bringen“. Diesen sozialpartnerschaftlichen Ansatz griff die anschließende Podiumsdiskussion unter Moderation von Cornelia Rieke, Senior Consultant beim Projektpartner wmp consult – Wilke Maack GmbH – auf. Für die Sozialpartner diskutierten dabei Gabi Schilling von der IG Metall NRW, verantwortlich für die Zukunft der Industriearbeit und das Projekt „Arbeit 2020 in NRW“ sowie Rechtsanwalt Hans-Michael Weiss, stellvertretender Hauptgeschäftsführer von Metall NRW und Leiter des Fachbereichs Tarifpolitik, Tarifrecht und Arbeitswirtschaft. Die wissenschaftliche Perspektive vertraten Dr. Hartmut Seifert, Senior Research Fellow am WSI in der Hans-Böckler-Stiftung und ebenfalls Projektpartner sowie Dr. Oliver Stettes vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Die Runde erörterte, welcher Flexibilität es von Betrieben und Beschäftigten bedürfe, um mit den digitalen Entwicklungen in der Arbeitswelt Schritt zu halten und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

In der zweiten Podiumsdiskussion diskutierten vier von sieben Modellbetrieben und -verwaltungen des Projekts ZEITREICH. Die REWE-Group, das Finanzamt Trier, die Sparkasse Wiehl und die Zahnen GmbH stellten ihre spezifischen Arbeitszeitprobleme dar, wie beispielsweise kurze Servicezeiten für Kunden aufgrund hoher Teilzeitquoten oder geringe Flexibilität der Teilzeitbeschäftigten durch mangelnde Kinderbetreuungsinfrastruktur.

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Vorträge und Dokumentationen zur Veranstaltung:
Prof. Dr. Jutta Rump – Das Projekt ZEITREICH
Dr. Beatrix Behrens – Die Zukunft der Arbeitszeitgestaltung
Ergebnisse des World-Cafés


Pressekontakt:

David Zapp, Institut für Beschäftigung und Employability IBE, Hochschule Ludwigshafen am Rhein
Tel.: +49 (0)621 5203-312, E-Mail: david.zapp@ibe-ludwigshafen.de